Focusing

Meine favorisierte Methode

Der Begründer der Focusing-Methode ist Eugene Gendlin. Er beschrieb sie in einem Interview so:

“…, haben wir vor Jahren FOCUSING entwickelt, eine Methode, mit der man im Körper aufmerksam werden kann. Und  zwar auf eine andere Art als bei Fitness oder Diät. Es geht dabei um das Gefühl, das der Körper “von etwas” hat. Wir nennen das den FELT SENSE, ein Empfinden davon, wie der Körper eine Situation aufnimmt. Das meint nicht Herzklopfen oder Bauchweh, sondern ein Gefühl von der Situation in der Körpermitte, im Bauchraum.”

“Psychologie heute”, September 1997

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Gendlin wurde 1926 in Wien geboren und flüchtete mit seiner Familie 1938 nach Amerika. 

An der Universität Chicago war er Mitglied der Studiengruppe von Carl Rogers, dem Begründer 

der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie. Später wurde er an derselben Universität 

Rogers Nachfolger. Gendlin lebt heute in der Nähe von New York. Er arbeitet und publiziert als Philosoph und Psychotherapeut.

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Die Focusing-Methode lehrt eine achtsame Grundhaltung  gegenüber sich selbst und der Umwelt. 

Ich trainiere, mir meine Interpretation einer bestimmten Situation bewusst zu machen. Damit kann ich mich auch für die Interpretation von anderen interessieren: Eine sanfte Art, die eigene Perspektive zu weiten.

Mit Focusing begleite ich Gesprächspartner beim inneren Erkunden. Dazu benötige ich keine inhaltlichen Details. Gerade belastete Klienten erleben diese Form der diskreten Begleitung entlastend und hilfreich. Im Begleiten zählt einzig das Erleben des Vis-à-vis. Meine Interpretationen und Assoziationen behalte ich dabei für mich. Nichts davon stülpe ich dem anderen über, weder edukativ noch anderswie gut meinend: Eine effiziente Möglichkeit, gewaltfrei zu kommunizieren.

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Im Alltag führt die Focusing-Haltung via Entschleunigung und bewusster Wahrnehmung 

zu vertieftem Genusserleben: Eine freundliche Voraussetzung, stimmigen Alltag zu gestalten.