PRAXIS

Gesundheitspsychologie

Ich werde regelmässig gefragt, was Gesundheitspsychologie sei. Darum hier Informationen dazu:

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Gesundheitspsychologinnen arbeiten typischerweise in der Gesundheitsförderung und in der Aus-arbeitung und Umsetzung von Präventionsmassnahmen. Es geht darum, psychologisches Wissen zum Erleben und Verhalten von Menschen im Hinblick auf Gesundheit und Krankheit zu entwickeln und zu nutzen. Praktische Arbeit, Grundlagenforschung und die Verfeinerung von Theorien und Modellen ergänzen sich dabei.

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Gesundheitspsychologen absolvieren nach dem Hochschulstudium mit Hauptfach Psychologie eine mehrjährige Weiterbildung. Der Abschluss der modular aufgebauten Weiterbildung berechtigt zum Tragen des Fachtitels “FachpsychologIn für Gesundheitspsychologie FSP”. 

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In der Arbeit mit Patienten bieten Gesundheitspsychologen unter anderem spezialisierte Beratung an zum Umgang mit den Folgen einer körperlichen Erkrankung. Dazu ein Beispiel aus der Praxis:

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„Das hat richtig gut getan. Jetzt weiss ich wieder weiter.“ Das sagt eine Multiple Sklerose-Patientin beim Abschied zu ihrer Gesundheitspsychologin. Die Patientin lebt schon einige Jahre mit ihrer Erkrankung. Sie hatte Fragen zu ihren Symptomen, zur Handhabung ihrer Medikamente, zu den Möglichkeiten von Körpertherapien und zum Umgang mit ihren Gefühlen.

In der nächsten Beratung möchte sie das jährliche Qualifikationsgespräch mit dem Vorgesetzten vorbereiten. Die Patientin hatte ihn ein Jahr nach Erkrankungsbeginn zu ihrer Diagnose informiert. Seither waren die Krankheit und ihre Folgen regelmässig Thema in diesen Gesprächen. Die Patientin möchte bei der Arbeit als qualifizierte Angestellte und nicht als unterstützungsbedürftige Kranke wahrgenommen werden. Sie arbeitet erfolgreich und gern. Mit der Gesundheitspsychologin wird sie besprechen, wie sie den Krankheitsbericht kurz abhandeln und die Leistungsbeurteilung in den Mittelpunkt des Gesprächs stellen kann. 

Was ihr noch mehr auf dem Magen liegt als dieses Qualifikationsgespräch, sind die Auswirkungen ihrer Krankheit in der Familie. Ihr Mann sorgt sich um sie. Er deutet manchmal an, dass er ebenfalls Fragen zu ihrer medikamentösen Therapie hat. Soll sie das ansprechen? Und ihre Kinder: Welche Informationen benötigen sie? Wann soll sie sie in Ruhe lassen, wann soll sie nachfragen? Das Wissen, bei ihrer Gesundheitspsychologin alles einmal in Worte fassen zu dürfen, verschiedene Optionen durchspielen zu können und konkrete Handlungsschritte zu entwerfen, schenkt ihr neue Zuversicht. 

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Weiterführende Informationen:        📓 Schweizerische Gesellschaft für Gesundheitspsychologie

MAS in Gesundheitspsychologie:      📓 Universitäten Fribourg, Lausanne und Genf